Biofilm auf Zähnen, bakterieller Zahnbelag

Biofilm ist ein bakterieller Zahnbelag und verkörpern den universellen Überlebensweg von Mikroorganismen.

Der Biofilm ist der sehr dünne Schleim (Film) auf den Zähnen, der als bakterieller Zahnbelag mit haftender Struktur den universellen Überlebensweg von Mikroorganismen sichert, so den Viren, Pilzen, Protozoen und Bakterien im Mund, wobei unter dem Begriff Protozoen eine Gruppe verschiedener einzelliger, eukaryonter Organismen verstanden wird. Unter Mikroorganismen versteht man in der Zahnmedizin alle der in der Mundhöhle angesiedelten verschiedene Bakterienarten und Pilze die in der Mundflora vorhanden sind. Eine Besonderheit der Biofilmstruktur besteht in ihrer bisher unvollkommen erfassten zeitlichen und räumlichen sowie mengenmässigen und hierarchischen Organisation untereinander kommunizierender Keime und Mikrobiotope. An dem Keimreservoir Mundhöhle wie auch der Haut sind ca. 700 bis 900 Bakterienarten beteiligt, wovon nur wenige Spezies (10 bis 50) pathogenetisch bzw. für die Entwicklung einer Krankheit (Pathogenese) bedeutsam sind. Die dentale Biofilmbildung beginnt mit der Zahneruption und führt zu einer ökologischen Überlebensgemeinschaft von matrixumgebenen, am Zahnschmelz und Epithel medizinische Sammelbezeichnung für Deckgewebe und Drüsengewebe sowie aneinander haftenden Keimen, deren Organisationsqualität sich nach hygienischen Massnahmen schon nach wenigen Stunden wieder formiert. Mundbakterien sind einzellige Mikroben, die sich durch Zellteilung vermehren, was zu einer Verdopplung der Anzahl Zellen innerhalb 20 Minuten führen kann. Das grösste Bakterien-Reservoir in der Mundhöhle ist vielfach auf dem Zungenbelag zu finden, wo ca. 60 Prozent aller oralen Mikroorganismen auf der Zunge liegen, doch wenn die Schleimhaut der Zunge gut durchblutet ist, siedeln sich weniger und meist nur harmlose Keime auf der Zunge an. Der Biofilm klebt auf der Zunge wie auch auf den Zähnen, das die Schicht aus Schleim und Mikroorganismen enthält.

Bakterien im Biofilm

Der dentale Biofilm muss vom Zahnarzt professionell entfernt werden.

Für den Zahnerhalt ist eine vollständige Entfernung vom Zahnbelag als Biofilm sehr wichtig. Der dentale Biofilme wird in der Zahnmedizin meist als Plaque bezeichnet und ist im Mundraum keine Besonderheit, denn der Biofilm findet man überall dort, wo stehendes Wasser vorhanden ist, so nicht nur im Mund wo "stehender" Munspeichel vorhanden ist, sondern an Oberflächen in Rohrleitungen und auf rutschigen Steinen in Bächen und in ruhigen Oberflächengewässern. Durch die extrazelluläre Matrix können chemische Stoffe fast nicht eindringen, sodass die Mikroorganismen als Kleinstlebewesen im Biofilm durch Spüllösungen oder Antibiotika praktisch nicht angreifbar sind. Der Biofilm kann nur auf mechanischem Weg teilweise entfernt und gestört werden, doch der Biofilm kann sich nach wenigen Tagen wieder selbst reparieren und die Tätigkeit mit den krankmachenden Mundbakterien wieder aufnehmen, im Besonderen wenn die Kariesbakterien wieder mit Zucker und weiteren Bakteriennährstoffen wie Kohlenhydrate, Eiweiss und Fetten gefüttert werden, denn die Wirkung der Nahrung auf Zähne ist gross. Essgewohnheiten haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit der Zähne, im Besonderen Zucker beeinflusst Zähne wie auch wie auch Saures auf Zähne wirkt. Um gegen die Bakterien vorzugehen, muss man den Biofilm komplett zerstören, da eine Verdünnung meist wirkungslos ist und der Kultur nur neue Bakterien-Nährstoffe bringt, so auch den auch den Kariesbakterien als Karieserreger. Die Zerstörung und Entfernung vom Biofilm ist Aufgabe bei der professionellen Zahnreinigung und der Behandlung von Parodontitis beim Zahnarzt. Die fest an der Zahnoberfläche haftende Struktur (Biofilm) besteht aus einer dünnen, geschlossenen Schleimschicht in der sich zahlreiche Mikroorganismen (Mikroben) befinden. Der dentale Biofilme entsteht, wenn sich Mikroorganismen an Grenzflächen ansiedeln, so können auch Wasserleitungen ein Hygienerisiko sein, wenn sich bei niedriger Fliessgeschwindigkeit am Rohr ein Biofilm bildet, denn der Biofilm enthält ausser den Mikroorganismen hauptsächlich Wasser. Biofilme entstehen, wenn Mikroorganismen sich an Grenzflächen ansiedeln und werden als Schleimschicht oder Belag wahrgenommen. Biofilme gelten als ursprüngliche Form von Leben, denn die ältesten gefundenen Fossilien stammen von Mikroorganismen in Biofilmen. Umgangssprachlich bezeichnet man den Biofilm auch als KahmhautSielhaut oder Aufwuchs, denn die klebrige Matrix bildet gemeinsam mit anorganischen Substanzen, eine Art Schutzschild für Viren, Pilze, Bakterien im Mund, der das Innere schützt und unerwünschte Einflüsse von aussen abblockt oder abmildert. Im Bakterienverhalten bestehen charakteristische Unterschiede zwischen Biofilm und planktonischer Keimkultur, da Angriffe wie Schwankungen im Ph-Wert, Strahlen oder Medikamente wie Antibiotika und Desinfektion in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden. Ein Biofilm ist nicht einfach desinfizierbar, da man vielfach nur die äusseren Schichten beschädigt , die in kürzester Zeit von innen heraus wieder repariert sind. Bakteriämie ist das Vorkommen von Bakterien in der Blutbahn und als Bakterienresistenz wird in der Zahnmedizin die erblich verankerte Widerstandsfähigkeit von Bakterien gegen Antibiotika oder Chemotherapeutika bezeichnet.

 



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