Implantate

Implantate beim Zahnarzt bedeutet, es werden Titanschrauben als Ersatz der Zahnwurzeln in den Kieferknochen eingebracht.

Mit Implantat wird beim Zahnarzt ein eingepflanztes Zahnimplantat aus körperfremdem Material verstanden wie das Titan-Implantat. Diese Zahnimplantate dienen als künstliche Zahnwurzeln und tragen Einzelzähne bzw. Zahnkrone, Zahnbrücken oder Zahnprothesen als Zahnersatz. Nach langer Zeit sind die alten, zum Teil naiv anmutenden Implantatformen aus der Vorkriegszeit verschwunden, denn es haben sich die rotationssymmetrischen Implantate durchgesetzt. Rotationssymmetrische Implantate sind Implantat-Körper im Querschnitt kreisrund sind und sich mit rotationssymetrischen Bohrern wie Kanonenbohrer in den Kieferknochen einsetzen lassen, denn Kiefer und Zahnhalteapparat (Parodontium) bilden das Zahnbett für die Zähne. Dieses chirurgische Vorgehen der Zahnimplantation ist für geübte Zahnärzte einfach und schnell. Andere nicht-rotationssymmetrische Implantatformen erfordern mehr Zeit wie auch eine grössere chirurgische Erfahrung und belasten den Zahnpatienten viel stärker, was aber nicht bedeutet, dass die von nicht-rotationssymmetrischen Implantatformen schlechter wären.

Schraubenimplantate

Bei dem Schraubenimplantat handelt es sich um ein Zahnimplantat mit zylinderförmigem Schraubengewinde.

Unter den Schraubimplantaten gibt es verschiedene Gruppen und verschiedene Arten von Gewinde die je nach Hersteller sehr unterschiedlich sind. Die Schraubimplantate haben den Vorteil, dass sie sich durch das Schraubgewinde sofort im Kieferknochen festsetzen, sodass eine primäre Stabilität besteht. Schraubimplantate sind als Implantat vorteilhaft wegen der verkürzten Einheilzeit, da die Menge an nachzuwachsendem Kieferknochen sehr gering ist.

Verschiedene Implantate

Es gibt ca. 80 grössere Hersteller und über 200-300 unterschiedliche Implantatformen weltweit und so ist es schwierig, von "dem" Zahnimplantat zu sprechen.

Historisch gesehen gab es nebst den aktuellen schraubenförmigen bzw. wurzelförmigen und zylindrischen Implantaten noch eine grosse Anzahl andere Formen und Typen von Zahnimplantaten. Die meisten dieser Formen von Zahnimplantaten haben sich in der Praxis aber nicht bewährt, was besonders für die subperiostalen Implantate gilt, die grossflächig unter der Schleimhaut direkt dem Knochen aufliegen. Subperiostale Implantate wurden im Besonderen bei hochgradigem Knochenschwund eingesetzt, da der Kieferknochen für Zylinderimplantate oder Extensionsimplantate zu flach oder zu schmal war. Die Auflagerung vom flachen subperiostalen Implantat unter das Zahnfleisch bzw. Knochenhaut (Periost) führt vielfach durch das Knochenhautgewebe zu grossen Entzündungsflächen und grosser ausgedehnter Knocheneinschmelzung, da ein wirksamer Infektionsschutz durch bakteriendichten Abschluss fehlt wie bei osseointegrierten im Knochenverbund stehenden Implantatkörper.


Bioverträglichkeit von Implantaten

Die Herstellung der Zahnimplantate erfolgt aus Reintitan, nicht so in der Orthopädie wo man Titanlegierungen verwendet.

Als biokompatibel werden Implantate bezeichnet die verträglich sind und aus biotoleranten Werkstoffen oder Baugruppen bestehen die keine negativen Einflüsse auf den Körper und deren Umgebung haben was als Biokompatibilität bezeichnet wird. Die Bioverträglichkeit wird nach einer Biokompatibilitätsprüfung nach Normen festgelegt, so auch bei den Zahnimplantaten. Medizintechnische Produkte für Zahnersatz wie Implantate oder in der Bioästhetik dürfen nur aus biologisch geeigneten und zugelassenen Materialien bestehen, die als Biomaterialien oder biokompatible Materialien bezeichnet werden. Biotolerante Implantate werden vom Bindegewebe umschlossen und besitzen eine stabile Oxidschicht auf der Oberfläche. Bioaktive Materialien (bioinerte Implantate) sind bioaktiv und lösen im Organismus biologische Reaktionen aus, sodass eine chemische Bindung zwischen Implantat und Knochen entsteht. Implantate bzw. Zahnimplantate bestehen meist aus Titan, das wie körpereigenes Gewebe angenommen wird, denn Titan zeichnet sich durch ein sehr gutes Korrosionsverhalten aus und hat eine im Vergleich zu anderen Metallen gute immunologische Verträglichkeit. Implantate als künstliche Zahnwurzel werden beim Kiefer in die Zahnlücke gesetzt und bilden eine stabile Basis für die neuen künstlichen Zähne, denn sie funktionieren wie natürliche Zahnwurzeln im Zahnfach. Seit Jahrzehnten ist bereits bekannt, dass Titan sich biologisch bioinert verhält und keine allergischen oder Fremdkörperreaktionen auslöst, denn „bioinert“ bedeutet, dass es nicht zu einer chemischen oder auch biologischen Wechselwirkung zwischen Implantat und Gewebe kommen kann. Titan stellte neben der mechanischen Festigkeit bei dem Knochenähnlichen e-modul damit das ideale Implantatmaterial für das stützende Verbleiben im Kieferknochen dar. Jahrzehntelange positive Erfahrung mit Titan hat man so im Bereich der Orthopädie beim Hüftgelenkersatz und Kniegelenksersatz gemacht, denn die Eigenschaft von Titan, das mit Sauerstoff eine schützende Oxidschicht auf der Oberfläche bilden kann, ist die Ursache für sein bioinertes Verhalten und damit seine besonders gute Verträglichkeit. Die biologischen Eigenschaften vom Knochen auf diese Verbindung führen dazu, dass der Kieferknochen eine direkte kristallographische Verbindung mit dem Titanoxid nach der Zahnimplantation eingeht was als Osseointegration bezeichnet wird. Weitere Voraussetzung für diesen biologischen Prozess ist das Anrauen der Titanoberfläche, denn das Ziel der Anrauung ist, die Anhaftung der Knochenzellen (Osteoblasten) an die Oberfläche vom aufgerauten Implantatkörper, unabhängig von der äusserer Formgestaltung wie Zylinder, Schraube, Blatt oder Disk der Implantate.

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