Okklusion & Okklusionsanomalie (Zahnmedizin)

Okklusion bedeutet in der Zahnmedizin "Kontakt zwischen den Zähnen beider Kiefer".

In der Zahnheilkunde gibt es die statischen Okklusion (Vezahnung), bei der die Zähne aufeinander liegen, und die dynamische Okklusion, wo die Zähne beim Schliessen vom Kiefer aufeinander Aufbeissen und Zahnkontakt haben. Beim Schliessen vom Mund legen sich die Zähne nach einem bestimmten Musterbild aneinander, sodass die Verzahnung nach diesem Musterbild Okklusion genannt wird. An der Kontrolle vom Aufbiss (dynamische Okklusion) sind das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur beteiligt. Für das Zustandekommen einer normalen Okklusion müssen nebst den Zähnen auch die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk optimal funktionieren und für eine normale Okklusion müssen die Kiefer in der Zahnbogenform korrekt geformt sein.

Testen der Okklusion mit Okklusionsfolie 

Beim Zahnarzt wird die Okklusion bzw. die nicht Okklusion mit einer Folie getestet, wobei der Zahnpatient auf eine dünne Folie (Okklusionsfolie) beisst, die wie Durchschlagpapier aussieht.

Die Okklusionsfolien hinterlassen auf der Gegenseite Abdrücke der Zähne, denn es ist eine Art von Okklusionsabdruck womit nachvollzogen werden kann, wo die einzelnen Kontaktpunkte (Okklusionspunkte) auf der Okklusionsfläche liegen. Die Okklusionsfläche ist der Teil der Kaufläche, der mit dem Gegenkieferzahn Kontakt hat, denn Okklusal bedeutet wie mastikal, zur Kaufläche hin gelegen. Der Okklusionsabdruck ist in der Zahnmedizin jedoch eine Abformung (Abdruck Zahngebiss) von Teilen beider Zahnreihen in der Schlussbiss-Stellung mit einer Abdruckmasse, damit Kronen (Überkronung) oder Zahnbrücken hergestellt werden können. In der Zahnarztpraxis wird vielfach nicht von einer Abformung, sondern von einem Abdruck gesprochen, was nicht ganz richtig ist, denn bei der Abformung wird im Normalfall kein Druck ausgeübt. Wenn das Muster beim Testen der Okklusion mit der Okklusionsfolie abweicht, können einzelne Höcker bei den Backenzähnen angepasst oder die Lage vom Zahn durch kieferorthopädische Massnahmen verändert werden, denn die Okklusion muss individuell bestimmt und angepasst werden. Okklusion ist ein Oberbegriff, der jeglichen Kontakt zwischen Zähnen aus zwei Kieferhälften bezeichnet, denn Normalerweise trifft beim Kauen oder Sprechen ein Zahn vom Oberkiefer auf sein Gegenstück im Unterkiefer. Die Okklusionsfolie hat verschiedene Namen wie Okklusionsprüffolie, Artikulationspapier, Kontaktfolie, Okklusionspapier, Prüffolie, (engl. articulating or occlusal paper) und probates Hilfsmittel zur Überprüfung der Okklusion bzw. Okklusionskontrolle beim regelrechten Zusammenbiss (Interkuspidation) wie auch während der dynamischen Okklusion. Die Okklusionsfolie ist eine mit Farbstoff beschichtete bzw. getränkte Folie die auf den Zähnen Spuren hinterlassen. Diese Spuren vom Okklusionsabdruck geben so grobe Rückschlüsse auf Okklusionsstörungen. Okklusion ist in der Zahnheilkunde der gebräuchliche Begriff für den Kontakt zwischen Oberkieferzähnen und Unterkieferzähnen. Von der zu rekonstruierenden Okklusion und damit auch der Kaufläche erwartet man, dass die Zahnkontakte gleichmässig und gleichzeitig in allen vier Stützzonen auftreten. Okklusion bedeutet auch, dass bei funktionellen Bewegungen des Unterkiefers zum Oberkiefers ein störungsfreies Gleiten zwischen allen antagonistischen Seitenzähnen besteht. Das Okklusionskonzept ist eng verbunden mit den Okklusionsstörungen und dem Phänomen der Abrasion und Attrition.

Okklusionsanomalie

Bei regelrechter Okklusion stimmen die Mittellinien des oberen und unteren Zahnbogen im Frontzahnbereich überein.

Die Schneidekanten der oberen Frontzähne überdecken die Schneidekanten der unteren Frontzähne geringgradig, sodass ein leichter Scherenbiss entsteht. Im Seitenzahnbereich ragt die Spitze vom oberen Eckzahn zwischen den unteren Eckzahn und den ersten Prämolaren. Der mesiobukkale Höcker vom ersten Molar im Oberkiefer greift in die mesiobukkale Fissur des ersten unteren Molaren. Diese regelrechte perfekte Verzahnung wird in der Zahnmedizin als Neutralbiss (Eugnathie) bezeichnet, das eine neutrale Stellung von Zahnreihen und Kieferbögen ist. Zahnstellungsanomalien sind Zahnstellungsabweichungen und werden beim Zahnarzt meist als Okklusionsanomalien bezeichnet, das Abweichungen der normalen Zahnstellung sind, aber auch als "Falscher Biss" bezeichnet wird.

Mesialbiss

Bei Mesialbiss stehen die Unterkieferzähne weiter mesial, so dass der Zahnarzt von abnormaler Bisslage spricht, denn der Unterkiefer steht eine Prämolarbreite weiter vorne.

Distalbiss

Beim Distalbiss als abnormaler Bisslage stehen die Unterkieferzähne weiter distal bwz. der Unterkiefer steht eine Prämolarbreite weiter hinten.

Tiefen Biss

Bei einem tiefen Biss (Tiefbiss / Tiefer Biss) überragen die oberen Schneidezähne die unteren Schneidezähne bei geschlossener Zahnreihe um mehr als 2mm.

Kopfbiss

Beim Kopfbiss beissen die Schneidekanten der Frontzähne bzw. Höcker der Seitenzähne aufeinander. Während der Kopfbiss im Bereich der Schneidezähne noch als regelrechte Verzahnung gilt, trifft dies im Seitenzahnbereich nicht zu, denn dort findet man normalerweise eine Höcker- Fissuren- Verzahnung.

Offener Biss

Ein offener Biss liegt vor, wenn auch beim Schlussbiss noch ein Spalt zwischen der oberen und unteren Zahnreihe besteht.

Man unterscheidet beim offener Biss:

frontal offenen Biss

 seitlich offener Biss

Eine mögliche Ursache für einen offenen Biss ist eine Verformung der Kiefer bei Rachitis, einer verzögerten Mineralisation der Kieferknochen im Kindesalter vor allem durch Mangel an Vitamin D.

Kreuzbiss

Beim Kreuzbiss kreuzen sich die obere und untere Zahnreihe.

Beim Kreuzbiss unterscheidet man einen frontalen und seitlichen Kreuzbiss.
Frontaler Kreuzbiss: Beim Schlussbiss stehen die unteren Schneidezähne vor den oberen.
Seitlicher Kreuzbiss: Beim Schlussbiss stehen die bukkalen Höcker der unteren Seitenzähne weiter bukkal als die oberen. Stimmt die Mittellinie von Oberkiefer und Unterkiefer nicht mit der Gesichtsmitte überein, so spricht man von einer Mittellinienverschiebung.

 
Angle- Klassifikation

Edward H. Angle (1855-1930) teilte die Gebissanomalien 1899 nach der Lage der ersten Molaren als Schlüssel der Okklusion ein.

Es werden drei Klassen unterschieden, wobei Klasse II noch weiter unterteilt werden kann.
Klasse I : Neutralbiss (perfekte Verzahnung)
Klasse II1 : Anomalien mit Distalbiss und vorstehendenoberen Schneidezähnen (Protrusion)
Klasse II2 : Anomalien mit Distalbiss und zurückstehenden oberen Schneidezähnen (Retrusion)
Klasse III : Anomalien mit Mesialbiss

Progenie

Progenie heisst wörtlich übersetzt „vorstehendes Kinn“.

Unter dieser Bezeichnung werden Anomalien zusammengefasst, bei denen ein umgekehrter Frontzahnüberbiss vorliegt, bei denen also die unteren Frontzähne beim Schlussbiss vor den oberen stehen (frontaler Kreuzbiss). Die echte Progenie beruht auf einer Überentwicklung vom Unterkiefer in sagittaler Richtung. Da hierbei nicht nur das Kinn, sondern der gesamte Unterkiefer überentwickelt ist, spricht man genauer von einer mandibulären Prognathie als von einer Progenie. Beim progenen Zwangsbiss rutscht der Unterkiefer in der letzten Phase des Schlussbisses durch die Stellung der Frontzähne in eine progene Verzahnung. Die oberen und unteren Frontzähne sind beim progenen Zwangsbiss somit stets in Kontakt. Bei der unechten Progenie (Pseudoprogenie) besteht ein umgekehrter Frontzahnüberbiss durch eine Wachstumshemmung vom Oberkiefer bei normal entwickeltem Unterkiefer. Als Ursache kommen unter anderem vorzeitige Zahnverluste im Oberkiefer, Nichtanlagen von Oberkieferzähnen und Lippen- Kiefer- Gaumenspalten in Frage.

Prognathie

Prognathie heisst wörtlich übersetzt „vorstehender Kiefer“.

Der Begriff Prognathie kann daher sowohl für einen vorstehenden Oberkiefer als auch Unterkiefer verwendet werden. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff Prognathie jedoch häufig nur für den Oberkiefer verwendet, während für den Unterkiefer der Begriff Progenie benutzt wird.

Der exakte Begriff für eine Überentwicklung des Oberkiefers ist maxilläre Prognathie.

 Vorstehender Unterkiefer: Progenie (genauer: mandibuläre Prognathie)
 Vorstehender Oberkiefer: Prognathie (genauer: maxilläre Prognathie)
 Zurückstehender Unterkiefer: mandibuläre Retrognathie
 Zurückstehender Oberkiefer: maxilläre Retrognathie.

Mikrogenie

Als Mikrogenie bezeichnet man eine Unterentwicklung vom Unterkiefer.

Bei der Mikrogenie liegt das Kinn dadurch zurück. In den meisten Fällen ist nicht nur das Kinn, sondern der gesamte Unterkiefer unterentwickelt, sodass der Zahnmediziner von einer mandibulären Mikrognathie spricht.

Mikrognathie

Als Mikrognathie bezeichnet man eine Unterentwicklung vom Oberkiefer.

Zur genaueren Beschreibung der Mikrognathie empfiehlt sich der Begriff maxilläre Mikrognathie. Durch die Unterentwicklung vom Oberkiefer kann eine progene Verzahnung entstehen, die vom Zahnarzt als unechte Progenie bezeichnet wird, da die Ursache nicht eine Überentwicklung vom Unterkiefer, sondern eine Unterentwicklung vom Oberkiefer ist.

Deckbiss

Beim Deckbiss besteht ein Schneidezahnüberbiss, bei dem die steil gestellten oberen Frontzähne die unteren beim Schlussbiss überdecken.

Beim Deckbiss liegt somit ein tiefer Biss mit einer Steilstellung der oberen Frontzähne vor. Der Deckbiss ist keine isolierte Stellungsanomalie der Frontzähne, da die gesamte Oberkieferbasis überentwickelt ist. Auffällig ist zusätzlich eine häufig deutlich ausgeprägte Lippen- Kinn- Falte.

Kieferkompression

Bei einer Kieferkompression (Kompressionsanomalie) ist der Oberkiefer übermässig schmal.

Der Oberkiefer wirkt dabei wie zusammengepresst (komprimiert). Aufgrund des Schmalkiefers haben die Frontzähne nicht genügend Platz zur korrekten Einstellung im Zahnbogen. Dadurch besteht ein frontaler Engstand bei gleichzeitig hohem Gaumen. Eine wesentliche Ursache für eine Kompression des Oberkiefers ist die Mundatmung. Bei der Mundatmung liegt die Zunge dem Unterkiefer und nicht wie bei der Nasenatmung dem Gaumen an, sodass das funktionelle Gleichgewicht von Zungen und Wangendruck dadurch gestört ist. In der Folge kann es zu einer Kompression vom Oberkiefer und damit zur Hebung vom Gaumendach kommen, die zu einer Erschwerung der Nasenatmung mit Verkrümmung der Nasenscheidewand führen kann.

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