Candidapilze, Hefepilze, Mundsoor, Zahnmedizin

Candida-Pilze im Mund werden als Hefepilze bezeichnet, die eine Candida-Infektion (Candidose) auslösen können.

Bei der Candidose als Candida-Infektion kommt es zu einer übergrossen Vermehrung von Hefepilzen der Gattung Candida. Die Candida-Besiedelung auf der Mundschleimhaut ist normal und nichts krankhaftes, denn Krankheitsbilder entstehen erst bei einem geschwächten Immunsystem wie bei Tumorerkrankungen, AIDS oder während einer Chemotherapie, denn Medikamente, wie Kortikosteroide beeinträchtigen die Funktion vom Immunsystem und können so die Candida-Infektionen begünstigen. Eine Candidose wird auch begünstigt durch eine gestörte Barrierefunktion auf der Schleimhaut, welche das Eindringen vom Pilz in den Körper erleichtern wie bei der Prothesenstomatitis. Als Kandidose oder Soor bezeichnet man alle Infektionen, die durch Pilze der Gattung Candida, besonders ihren Hauptvertreter Candida albicans, verursacht werden. Der Soor ist eine Erkrankung der Haut und Schleimhäute durch Hefepilze, doch zur Candida-Hefepilzfamilie gehören über 100 Arten von Pilzerkrankungen, sodass Symptome von Pilzinfektionen von Infektionskrankheit und anderen Krankheiten nicht immer einfach zu unterscheiden sind. Erkrankungen durch diesen Hefepilz äussern sich besonders an der Mundschleimhaut, wenn sich die Schleimhautflora bzw. Mundflora verändert.

Pilzinfektionen im Mund

Mundsoor ist meist eine vorübergehende Candida-Infektion der Mundhöhle (Pilzinfektionen im Mund), die mit abwischbaren, weisslich-gelben Flecken in der Mundhöhle einhergeht.

Als Mundsoor bezeichnet man Hefepilze im Mund die eine Hefepilzinfektion auf der Mundschleimhaut und der Zunge verursachen. Candida-Pilze, die auch bei der gesunden Bevölkerung vielfach vorhanden sind, werden erst zum Problem, wenn sich die lokalen Verhältnisse in der Schleimhaut oder an der Haut so verändern, dass es zu einer Candida-Infektion bzw. Überwucherung der Haut oder Mundschleimhaut durch Candida-Pilze kommt, denn Bakterien, Viren und Pilze sind im Mund normale "Mundbewohner". Die Mundschleimhaut umfasst die Schleimhaut vom Mundboden, der Wangen, der Lippen und dem Gaumen sowie das Zahnfleisch wie auch die Zungenschleimhaut. Die Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine durch Viren oder Bakterien hervorgerufene Veränderung der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen kann von den Zähnen oder von der Nase ausgehen. Stomatitis ist die Mundschleimhautentzündung mit den Symptomen von sichtbar entzündlich veränderte Entzündungszeichen wie Rötungen, Schwellungen, Brennen und Schmerzen, besonders bei heissen, scharfen oder sauren Speisen, ähnlich wie bei Mundsoor als weissliche Belag im Mund oder als Belag auf der Zunge, wo es zu Blutungen kommen kann, wenn man den Belag abzulösen möchte. Die Ursache einer Stomatitis ist aber vielfältig und geht meist von einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder einer Zahnprothese (Druckstelle durch Prothese) aus, die vom Zahnarzt als Prothesenstomatitis bezeichnet wird. Essensreste und Schimmelkäse können sich wie die Hefenpilze an der Prothese festhalten oder an alten, feuchten Zahnbürsten anhaften, so dass sich die Candidapilze wohlfühlen und vermehren können, denn Pilze an der Prothese ist keine Seltenheit. Pilzinfektionen und Infektionskrankheit sind bei geschwächtem Immunsystem darum meist eine Kombination, die verschieden Ursachen haben können, wo es im Normalfall erst zu Erkrankungen mit erkennbaren Candida Symptomen kommt, wenn das Immunsystem geschwächt ist und die körpereigenen Abwehrkräfte ein übermässiges ausbreiten der Hefepilze nicht mehr verhindern können, sodass es bei extremer Vermehrung der Hefepilze zu Schleimhautentzündungen kommen kann.

Behandlung der Candidose als Pilzinfektion im Mund

Die Pilzinfektionen im Mund wird beim Zahnarzt mit lokal wirksamen Pilzmitteln behandelt, womit meist auch die Ursache vom Mundgeruch im Normalfall behoben ist.

Bei Erwachsenen ist eine genaue Abklärung wichtig, da Mundsoor vielfach mit Mundgeruch (Atemgeruch) und schweren Grunderkrankungen wie AIDS im Zusammenhang stehen. Bei Mundtrockenheit ist die Ursache von Mundgeruch besonders durch die Bakterien im Mund zu finden, da sich schädliche Keime bei trockenem Mund leichter ausbreiten können. Häufig entsteht eine Pilzinfektion im Mund bei reduziertem Immunsystem auf Gabe  Immunsuppressiva, HIV-Infektion oder bei der Behandlung mit Antibiotika, die eine Mundflora verändern kann und so dem Pilz ein vermehrtes Wachstum ermöglicht. Die Therapie von Pilzinfektionen im Mund erfolgt beim Zahnarzt durch Antimykotikum. Wichtig ist bei allen Munderkrankungen und Pilzinfektionen eine gute Zahnpflege mit Zahnpasta und Zahnbürste, die Zungenpflege wie auch beim Vorhandensein von Zahnimplantaten die Implantatpflege bzw. Zahnfleischpflege wie auch die Prothesenpflege. Nebst der Zahnprophylaxe beim Zahnarzt ist bei der täglichen Zahnpflege eine gute Zahnputztechnik wichtig, um Pilzinfektionen "Soor" auf dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut bekämpfen. Mit einer guten Mundpflege können auch Zahnerkrankungen und Parodontalerkrankungen (Parodontopathien) und damit auch Mundgeruch verhindert werden.





 

Grosses Zahnlexikon

Das Zahnwissen-Lexikon ist ein Zahnmedizin-Nachschlagewerk als Online-Wörterbuch für Zahnpatienten.

Das grosse Zahnlexikon von OPTI-DENT ist ein Zahn-Medizin-Lexikon für Zähne, Mund und Kiefer, das zur Verständlichkeit der Zahnbehandlung und Zahnsanierung beim Zahnarzt beitragen soll. Das Zahnlexikon kann die Beratung beim Zahnarzt oder eine Angstberatung (Hilfe bei Zahnarztangst) nicht ersetzen, denn das grosse Zahnlexikon kann nur Angaben liefern, wenn man die Zusammenhänge der Behandlung beim Zahnarzt nicht verstanden hat. Das grosse Zahnlexikon bietet ihnen die Möglichkeit, sich über die verschiedenen Begriffe der Zahnmedizin zu informieren, so auch über die Zahnästhetik, Bioästhetik, Bioprothetik oder über die biologische Zahnmedizin wie auch über den Zahnersatz und deren Zahnsanierungs-Kosten etc. Das Vertrauen zum Zahnarzt und dessen Aussagen ist jedoch sehr wichtig, im Besonderen bei Zahnarzt-Angst, wo ein guter Zahnarzt gefragt ist, der Verständnis und viel Erfahrung mit Zahnarztangst hat, aber auch eine Dämmerschlafnarkose anbieten kann.